EVA-Berater
Autor: Rolf Hundertmark
19.8.2010
Schulinterne Evaluationskultur zur Unterstützung systematischer Unterrichtsentwicklung

Entwicklungsarbeit in Schule – auch Unterrichtsentwicklung – bedarf immer wieder der Vergewisserung der Ziele, Wege und des Entwicklungsstands. Idealtypisch erfolgt diese Vergewisserung nicht durch ein externe Überprüfung, sondern durch regelmäßige schulinterne Evaluation. Dafür benötigen die Schulen die entsprechende Kompetenz über Evaluation bzw. Qualitätsmanagement. In der Regionalen Bildungslandschaft Köln wird dies zum einen durch die Qualifizierung der schulischen Steuergruppen sicher gestellt, die auch ein Modul zur Evaluation von Unterrichtsentwicklung beinhaltet. Darüber hinaus gibt es auch das Angebot der Qualifizierung schulischer Berater/-innen für Evaluation. Deren Qualifizierung umfasst vier Einzeltage innerhalb eines Schuljahres. Sie ist handlungsorientiert angelegt, indem die Vermittlung der Evaluationswerkzeuge mit einem konkreten schulischen Evaluationsvorhaben verknüpft wird.
Voraussetzung für schulinterne Evaluation sind:
- Zielorientiertes Arbeiten in der Schule, wobei sich die Ziele aus dem schulischen Leitbild bzw. Schulprogramm ableiten und mittelfristig angelegt sein sollten.
- Offenheit im Kollegium, sowohl die eigene Arbeit als auch die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen zu überprüfen.
Offenheit ist ein wichtiges Moment der Kultur der Selbstevaluation in einer Schule. Zu dieser Kultur gehören ein regelmäßiges und systematisches Schüler-Feedback, die Arbeit mit Methoden der Schülerselbstevaluation, eine generelle regelmäßige Überprüfung der schulischen Arbeit durch Schulleitung und Kollegium z.B. durch standardisierte Leistungstests, Parallelarbeiten oder Doku-mentation und Reflexion der Schülerleistungen sowie systematische Praxiserfahrungen mit Selbstevaluation. Die schulischen Berater/-innen für Evaluation lernen solche Methoden kennen sowie die Deutung von Evaluationsergebnissen und können Schulleitung, Steuergruppe oder Lehrerteams bei Evaluationsvorhaben beraten und unterstützen.
Im Modellprojekt „Selbstständige Schule“ mussten sich die teilnehmenden Schulen verpflichten, einen Evaluationsberater zu benennen und qualifizieren zu lassen. Bei der wissenschaftlichen Ab-schlussevaluation zeigte sich, dass die Evaluationskultur im Laufe des Projektes in allen beteiligten Schulen zugenommen hat:
Eine weitere Möglichkeit der schulinternen Evaluation besteht in der Nutzung von SEIS (Selbstevaluation in Schulen), ein ursprünglich von der Bertelsmann Stiftung entwickeltes Evaluationsinstrument, das mittlerweile an die Qualitätstableaus von sieben Bundesländern angepasst ist und unter www.seis-deutschland.de abgefragt werden kann. Hier unterstützt das Regionale Bildungsbüro Köln die interessierten Schulen durch vorbereitende und ggf. begleitende Workshops.
Darüber hinaus bietet das Dezernat 46 der Bezirksregierung Köln für Schulleitungen unter „specials“ einen Fortbildungsbaustein „Systemangemessene Evaluation / Qualitätsmanagement“ an.